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Kontakt
Aktionsbündnis gegen Frauenhandel
c/o Renovabis
Kardinal-Döpfner-Haus
Domberg 27
85354 Freising
Ansprechpartner/-in:
Burkhard Haneke,
ha @renovabis.de
Daniela Schulz
ds @renovabis.de
Tel: 08161/5309-0
Fax: 08161/5309-44
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Filmtipp
Geh mit mir – Film von Marion Pfeifer über die sexuelle Ausbeutung von Frauen, D 2006, 30 min.
Inge Bell, Frau Europas 2007, hat sich als Beraterin und Sprecherin für diesen Film zur Verfügung gestellt. Der Film ist eine Mischung aus dokumentierten Einzelschicksalen und fiktionaler Innenschau in das Leiden einer zwangsprostituierten Frau. Mehr über diesen Film und Informationen zu weiteren Filme zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel lesen Sie auf unserer Seite Buch- und Filmtipps.
Buchtipp

Der Titel des Buches bringt es auf den Punkt: Menschenhandel passiert, täglich, auch in Deutschland. Gerade zur Fußballweltmeisterschaft werden wieder Frauen ins Land geschleust. Die Autorinnen Lea Ackermann und Barbara Koelges von Solwodi sowie die Journalistin Inge Bell, die sich auch im Aktionsbündnis gegen Frauenhandel engagieren, legen hier eine schonungslose Reportage zu diesem Thema vor.
Was uns bewegt ...
Hunderttausende Kinder, Mädchen und junge Frauen
werden jährlich zu Opfern einer gigantischen Sexindustrie: skrupellose Menschenhändler kidnappen sie oder ködern sie mit falschen Job-Versprechungen. Sie verkaufen sie weiter wie Sklavinnen. Schlepper bringen sie illegal über Grenzen. Zuhälter zwingen sie in die Prostitution. Kaum eine kann den gewissenlosen, gutorganisierten Banden entrinnen. Die Vereinten Nationen (UN) sprechen von bis zu 700.000 Opfern jährlich.
Frauenhandel - Organisierte Kriminalität und Big Business
Der Teufelskreis aus Frauenhandel und Zwangsprostitution ist ein äußerst lukratives Geschäft für die Menschenhandels-Mafia. Internationale Organisationen schätzen ihren Gewinn allein in Europa auf 7 -13 Milliarden Dollar jährlich, die Zuwachsrate der letzten 10 Jahre: 400%. Gewinne aus dem Frauenhandel fließen dann oft in den Drogen- und Waffenhandel. Das Geschäft mit Frauen und Mädchen ist lukrativer als Drogenhandel, die “Ware” viel unauffälliger und leicht zu beschaffen: denn das wirtschaftliche Elend, die familiäre Not und die Perspektivlosigkeit der Frauen in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sind idealer Nährboden für die falschen Versprechungen der Menschenhändler. Sie machen den jungen Frauen weis, dass im Westen Zimmermädchen, Bedienungen und Tänzerinnen händeringend gesucht und gut bezahlt werden. Doch der Traum vom guten Leben entpuppt sich schnell als Albtraum der Zwangsprostitution.
Frauen - der "Exportschlager" aus Osteuropa
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989 und den anschließenden Kriegen in Ex-Jugoslawien hat der Frauenhandel explosionsartig zugenommen. Die Mädchen und jungen Frauen kommen vor allem aus mittel-, ost- und südosteuropäischen Ländern, wo die Armut besonders groß ist - aus Moldawien, der Ukraine, Weißrussland, Rumänien, Jugoslawien, Albanien und Bulgarien. Eindeutige Zielregion: die reichen Länder Westeuropas. Verkaufte Osteuropäerinnen lassen hier mittlerweile ihre Schicksalsgenossinnen aus Afrika, Südamerika und Asien zahlenmäßig weit hinter sich.
Aus der Nachbarschaft Deutschlands zu den Ländern Mittel- und Osteuropas ergeben sich weitreichende Folgen. Neben den wachsenden wirtschaftlichen Verflechtungen und der Verlagerung von Arbeitsmärkten und Produktionsstandorten zeichnet sich gerade der bayerisch-tschechische Raum als “Top-Standort” für alle Bereiche des Frauenhandels aus, sowohl diesseits wie jenseits der Grenzen. Tschechiens Hauptstadt Prag ist mittlerweile zum “Bangkok Europas” geworden.
Letzter Maßstab ist für uns immer der Mensch selbst:
Die Würde des Menschen ist unantastbar – verpflichtet uns das Grundgesetz in Artikel 1!
Für Christinnen und Christen bedeutet diese Verpflichtung ein "Mehr": Als Gottes Ebenbild sind alle Menschen geschaffen, ausgestattet mit Würde, als Mann und Frau, uneingeschränkt und universal! Menschenwürde und die Chance zu einer umfassenden und ganzheitlichen Entwicklung – zur Personwerdung – für alle Menschen, ist oberste Richtschnur unseres Handelns!
Wenn Gesellschaft sich verändert, braucht sie Antworten auf die veränderte Situation. Wir glauben, dass wir als Christinnen und Christen aus unserem Binnenraum "Kirche" heraustreten müssen, um verändernd in die Gesellschaft hineinzuwirken.
Frauenhandel ist ein Skandalon mit explosiver Schlagkraft: Im politischen, rechtsstaatlichen, gesellschaftlichen und auch familiären Umfeld, denn auch Väter sind Freier! Ächtung der Täter und nicht der Opfer bewegt uns!
Frauenhandel – ein Thema für kirchliches Engagement!
Wir wollen:
- Frauenhandel zum Thema machen - im kirchlichen wie im nichtkirchlichen Leben,
- die Öffentlichkeit informieren,
- der Politik parteiübergreifend helfen, dem Frauenhandel gemeinsam und wirksam entgegenzutreten,
- Menschen näher zusammen bringen, die sich bereits im Kampf gegen den Frauenhandel engagieren und Aktionen planen,
- Fachleute aus Ost und West zur grenzüberschreitenden Begegnung und Zusammenarbeit anregen,
- eine gemeinsame, tatkräftige und unbürokratische Zusammenarbeit über die Grenzen von Konfessionen und Organisationen hinweg begründen,
- und folglich: mit vereinten Kräften Aktionen, Veranstaltungen, Kampagnen gegen den Frauenhandel durchführen.
